Einmal weinen ist genug – Gründung und Entwurzelung einer Familie

Von Dieter Packheiser, Format 14,6 cm x 21 cm, 344 Seiten, eine Landkarte, Softcover. Books on Demand Verlag, Norderstedt, 2005, ISBN 3-8334-2947-X. Preis: 19,80 Euro.

Beginnend damit, dass seine Mutter als junge Frau in ihrem Heimatdorf Paterschobensee ihren zukünftigen Ehemann kennenlernt, zeigt der Autor zunächst exemplarisch die Lebensverhältnisse „kleiner Leute“ in Masuren und später in Königsberg. Dabei wechselt er von der dritten Person in die Ich-Form, um aus der Perspektive eines siebenjährigen Kindes die „kleine Flucht“ vor den auf Königsberg niedergehenden Bomben aufs Land nach Masuren und dann die mehrere Monate andauernde „große Flucht“ aus dem Kreis Ortelsburg in die Lüneburger Heide zu beschreiben.

Persönliche Anmerkung des Rezensienten: Die furchtbaren Erlebnisse der Flucht aus den Ostgebieten haben diejenigen, die sie erleiden mussten, nie wieder losgelassen. Davon hat der Autor dieses autobiographischen Werkes bei einer Lesung im Jahr 2009 im Ostheim in Bad Pyrmont unfreiwillig Zeugnis abgelegt. Als er, inzwischen selbst jenseits der 70 Jahre und Großvater, an der Stelle in seinem Text angekommen war, an dem seine Urgroßmutter auf der Flucht einen schrecklichen Unfall erleidet, musste er erst einmal die in ihm aufsteigenden Tränen niederkämpfen, bevor er weiter vorlesen konnte. Das hat auch mir als einem Angehörigen der im Westen geborenen Nachkriegsgeneration geholfen, einige Merkwürdigkeiten derjenigen Angehörigen meiner Verwandschaft, die die Flucht aus Ostpreußen erlebt haben, besser zu verstehen.                                                                do

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